So kommen Sie gut durch die Sommerhitze

Bei aller Freude über den Sommer: Die Wärme kann unseren Körper stark belasten. „Dies bekommen vor allem Herz-Kreislauf-Patienten mit zu hohem oder niedrigem Blutdruck zu spüren. So kann der Körper in beiden Fällen die Weitstellung der Gefäße aufgrund einer Fehlsteuerung des Nervensystems nicht richtig ausgleichen“, sagt Dr. med. Lutz Koch, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin sowie Arzt für Naturheilkunde aus Graal-Müritz.

 

Unter hohen Temperaturen leiden vor allem Menschen mit niedrigem Blutdruck. Lesen Sie hier, was gegen hitzebedingte Beschwerden am besten hilft.

Während sich dies bei Bluthochdruck-Patienten typischerweise durch Spannungskopfschmerzen und Migräne bemerkbar macht, haben Menschen mit niedrigem Blutdruck häufig mit Müdigkeit, Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen zu kämpfen. „Im Allgemeinen leiden Menschen mit niedrigem Blutdruck mehr unter der Hitze als diejenigen mit hohen Werten“, so Dr. Koch. Zu schaffen machen hohe Temperaturen auch „vegetativ labilen“ Patienten mit funktionellen Herzstörungen. Grund: Bei ihnen ist das Reizleitungssystem besonders anfällig, was sich durch Herzrasen oder -rhythmusstörungen bemerkbar machen kann.

Nicht immer muss man gleich einen Arzt aufsuchen. Dr. Koch: „Personen, bei denen eine Erkrankung schon länger besteht, wissen zumeist aus Erfahrung, wie sie sich verhalten sollen und bei Bedarf zum Beispiel eine zusätzliche Tablette einnehmen können.“ Anders sieht es aus, wenn der Betreffen- de noch nicht in Behandlung war, besorgt ist und die Beschwerden im Sommer zunehmen. „In diesen Fällen sollte er sich auf jeden Fall medizinischen Rat einholen.“ So verbirgt sich hinter den Problemen mitunter eine behandlungsbedürftige Erkrankung wie Bluthochdruck, die ansonsten unerkannt bleiben würde. In allen anderen Fällen kann man selbst einiges tun:

Allgemein wichtig

  • Ausreichend trinken. An heißen Tagen sollten Sie 2 – 3 Liter täglich 
 Günstig: Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetee oder Obstsaft. Tipp: Eine Apfelschorle (1 Teil Apfelsaft, 3 Teile Mineralwasser) liefert wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen.
  • Bevorzugen Sie leicht verdauliche Kost. Ideal sind Speisen mit wenig Eiweiß und Fett (Obst, Salate, Milchspeisen oder Kaltschalen), die über den Tag verteilt gegessen werden.
  • Verzichten Sie auf Hochprozentiges. Meiden Sie vor allem tagsüber Alkohol, da er gefäßerweiternd wirkt und so einen möglichen Kreislaufkollaps begünstigt. Ein Glas Bier oder Wein am Abend ist erlaubt.
  • Vermeiden Sie lange und direkte Sonneneinstrahlung. Das verringert nicht nur die Gefahr für Sonnenbrand und Hautkrebs, sondern auch mögliche Kreislauf- und Gefäßprobleme. Halten Sie sich an heißen Tagen im Schatten auf, oder tragen Sie zumindest eine Kopfbedeckung.
  • Gönnen Sie Ihrem Körper Erholung. Vermeiden Sie körperliche Anstrengung. Sport am besten in die Abendstunden legen. Das gilt auch für die Radtour oder den Besuch im Schwimmbad.
  • Sorgen Sie zwischendurch für Abkühlung. Tagsüber keine Gelegenheit zum Duschen? Kein Problem: Lassen Sie immer mal wieder kaltes Wasser über Ihre Unterarme laufen. Ebenfalls erfrischend: Das Gesicht mit einem Thermalwasser-Spray (Apotheke, Parfümerie) besprühen.
  • Bewahren Sie auf Reisen einen kühlen Kopf. Hitze und schwüles Wetter kann die Konzentration beim Autofahren beeinträchtigen. Fahren Sie besonders vorsichtig, und bevorzugen Sie die Morgen- und Abend- stunden. Spätestens nach zwei Stunden eine Pause einlegen.

Bei Kreislaufbeschwerden

  • Nehmen Sie sich Zeit beim Aufstehen. Stellen Sie den Wecker fünf Minuten früher und rollen Sie nach dem Aufwachen ein paarmal hin und her, recken und strecken Sie sich!
  • Bürsten Sie sich fit. Nehmen Sie eine Bürste mit Natur- oder Kunststoffborsten und massieren Sie damit in langen Strichen die Haut. Dabei immer herzfern am rechten Bein beginnen.
  • Duschen Sie sich wach. Nach dem Aufstehen schlapp drauf? Spart Zeit und macht wach: die morgendliche Dusche mit Wechselgüssen kombinieren. Zuerst 1- 3 Minuten warm duschen (bei schwachem Kreislauf nicht zu heiß!). Anschließend den kalten Wasserstrahl am rechten Bein beginnend wie beim Trockenbürsten über den Körper führen.
  • Lassen Sie sich anregen. Bei niedrigem Blutdruck können Sie zur all- gemeinen Belebung durchaus einen Kaffee trinken. Bedenken, dass hierdurch dem Körper zusätzlich Flüssigkeit verloren geht, sind bei moderatem Kaffeekonsum (3 – 5 Tassen täglich) unbegründet.
  • Tragen Sie weite, luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern. Dadurch kann das Blut ungehindert besser durch den Körper fließen und Schweiß ungehindert abgeben. Bevorzugen Sie zudem hellen Stoff – er strahlt die Wärme am besten ab.

Bei Spannungskopfschmerzen und Migräne 


  • Werden Sie rechtzeitig aktiv. Wenn Sie im Sommer häufig unter Kopf- schmerzen oder Migräne leiden, sollten Sie für den Fall der Fälle immer ein Schmerzmittel zur Hand haben. Nehmen Sie das Mittel unbedingt rechtzeitig ein (wichtig vor allem bei Migräne!). Bei akuten Spannungskopfschmerzen bewährt hat sich auch Minzöl, das Sie auf Stirn und Schläfen auftragen (Augenbereich unbedingt aussparen!).
  • Legen Sie eine Kaffee-Pause ein. Da Kaffee gefäßerweiternd wirkt, ist ein starker schwarzer Kaffee oder Espresso auch bei beginnenden Kopf- schmerzen einen Versuch wert. Wenn Sie einen unempfindlichen Magen haben, können Sie auch den Saft einer halben Zitrone hinzugeben – viele Kopfschmerzgeplagte schwören auf dieses Hausmittel.
  • Machen Sie es den Störchen nach. Nur wenigen bekannt: Wassertreten kann auch gefäßbedingte Kopfschmerzen lindern. Egal, ob Sie dies im Freien oder zu Hause (Badewanne oder große Schüssel) durchführen: Das Wasser sollte 20 – 40 cm hoch und Ihre Füße unbedingt bedeckt sein. Heben Sie das Bein bei jedem Tritt ganz aus dem Wasser. Die gewünschte Wirkung ist erreicht, wenn sich ein leichtes Gefühl von Kälte einstellt und die Haut etwas gerötet ist. Das Wasser mit den Händen ab- streifen und mit noch feuchten Füßen in Strümpfe schlüpfen.
  • Sorgen Sie für gutes Klima. Schwül-warmes Wetter führt besonders häufig zu Kopfweh. Vermeiden Sie stickige und warme Luft in Innenräumen, indem Sie früh morgens und abends lüften und tagsüber die Fenster geschlossen lassen und die Jalousien/Rollos herunterziehen.

Bei Ein- und Durchschlafstörungen:

  • Sorgen Sie für gute Luft. Dies gelingt am besten, wenn Sie Ihr Schlafzimmer früh morgens und abends gut lüften und tagsüber die Fenster mit einem Rollo oder einer Jalousie schützen.
  • Decken Sie sich zu. Verzichten Sie auch in warmen Nächten nicht vollständig auf die Bettdecke. Grund: Durch die permanente Feuchtigkeit auf der Haut können Sie sich leicht erkälten. Besser: Eine leichte Decke oder ein Laken aus Naturmaterial, das die Körperfeuchtigkeit aufnimmt.
  • Essen Sie abends nur leichte Kost. Alkohol und schweres Essen erschwert das Einschlafen im Sommer zusätzlich. Besser: Fruchtsaftschorlen, Kräutertees und leicht verdauliche Speisen wie Nudeln.
  • Meiden Sie abends anstrengende Sportarten. Wer nur nach Feierabend Zeit hat, sollte maximal zwei Stunden vor dem Schlafengehen trainieren. Anschließend genügend Zeit zum Entspannen nehmen.
  • Duschen Sie lauwarm. Die eiskalte Dusche nach einem anstrengenden Tag ist verlockend. Doch Vorsicht: Das kühle Wasser regt den Kreislauf an und lässt Sie noch mehr schwitzen. Besser: Eine lauwarme Dusche oder ein Bad mit beruhigenden Kräuterzusätzen (z. B. Lavendel).

 

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