Schlaganfall: Vorbeugung und Früherkennung sind das A und O

In Deutschland erleiden rund 250.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall – circa 37 Prozent davon sterben innerhalb eines Jahres, gut die Hälfte bleibt dauerhaft auf Hilfe angewiesen. Damit ist der Schlaganfall die häufigste Ursache für mittlere und schwere Behinderungen sowie die dritthäufigste Todesursache. Im Kampf gegen diese Erkrankung kommen Vorbeugung und Früherkennung daher eine besondere Bedeutung zu.

 

Der so genannte „Schlaganfall“ ist keine einheitliche Erkrankung, sondern umfasst eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die jedoch eines gemeinsam haben: Durch eine Sauerstoffunterversorgung einzelner Hirnareale sterben Nervenzellen ab, es kommt zu plötzlich einsetzenden Ausfallerscheinungen.

80 Prozent der Schlaganfälle werden durch den Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes aufgrund eines Blutgerinnsels ausgelöst, die restlichen 20 Prozent resultieren aus einer Hirnblutung. In jeder Sekunde, die der Schlaganfall andauert, sterben weitere Hirnzellen ab – die ersten Stunden nach seinem Auftreten sind daher entscheidend für das weitere Leben des Betroffenen.

 

Symptome erkennen und richtig handeln

Seh- und Sprachstörungen, Sprachverständnisstörungen, Schwindel, Lähmungserscheinungen und sehr starker Kopfschmerz gehören zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls. Da diese oft fehlinterpretiert oder nicht ernstgenommen werden, haben Experten einen einfachen Test entwickelt, mit dem auch Laien innerhalb einer Minute relativ sicher einen Schlaganfall erkennen können.

Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln. Bei einem Schlaganfall gelingt dies oft nur einseitig.
Bitten Sie die Person, beide Arme gleichzeitig nach vorne zu heben, die Handflächen sollten dabei nach oben zeigen. Bei einem Schlaganfall wird dies – vor allem bei geschlossenen Augen – nur unzureichend gelingen.
Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Dies gelingt oft nur unvollständig oder in verwaschener Sprache.

Sollte sich der Verdacht auf Schlaganfall anhand dieses Schnelltest erhärten, muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte der Oberkörper des Betroffenen leicht erhöht gelagert werden, Getränke und Medikamente sollten wegen einer möglicherweise auftretenden Schluckstörung nicht gereicht werden.

Schlaganfall: Erste Hilfe und Rehabilitation

Im Krankenhaus wird die Akutversorgung im Idealfall auf einer Schlaganfall-Spezialstation, einer so genannten „Stroke Unit“, vorgenommen. Hier wird zunächst mittels einer Computertomografie nach der Ursache des Schlaganfalls gesucht. Im Falle einer Blutung erfolgt in den meisten Fällen ein operativer Eingriff, ein Blutgerinnsel wird mit Hilfe von Medikamenten aufgelöst. Im Anschluss erfolgt eine umfangreiche Rehabilitationsphase, damit die Betroffenen in einen möglichst selbstbestimmten Alltag zurückkehren können. Je nach Art des Schlaganfalles und betroffener Hirnregion umfasst diese Rehabilitation Krankengymnastik, Ergotherapie und/oder Logopädie. Auch die psychische Situation des Betroffenen sowie gegebenenfalls seiner Familie wird berücksichtigt.

Vorbeugung ist einfach

Damit es jedoch gar nicht erst soweit kommt, kann jeder einzelne etwas zur Vorsorge tun. Ein Schlaganfall tritt in Sekundenschnelle auf, hat jedoch meist eine jahre- oder jahrzehntelange Vorgeschichte. Neben den nicht beeinflussbaren Faktoren Alter und genetische Veranlagung sind unter anderem folgende Risikofaktoren am Entstehen eines Schlaganfalls beteiligt:

  1. Je höher der Blutdruck ist, desto höher ist auch das individuelle Schlaganfall-Risiko. Ein unbehandelter Bluthochdruck verursacht Schäden an den Gefäßwänden und begünstigt die Entwicklung von Arteriosklerose (eine auch „Arterienverkalkung“ genannte Erkrankung, die zu Ablagerungen in den Gefäßwänden führt).
  2. Diabetiker haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Der hohe Zuckergehalt im Blut greift die Gefäßwände an und beschleunigt ebenfalls das Entstehen von Arteriosklerose.
  3. Auch das so genannte „Vorhofflimmern“, eine spezielle Form der Herzrhythmusstörung, erhöht das Schlaganfall-Risiko massiv. Es äußert sich in unregelmäßigen Herzschlägen, die meist nicht direkt spürbar, aber mit Hilfe ausgewählter Blutdruckmessgeräte oder eines EKGs feststellbar sind.
  4. Blutfette lagern sich an den Gefäßwänden ab und können Engpässe bilden – ein erhöhter Cholesterinspiegel ist daher ebenfalls ein bedeutsamer Risikofaktor.
  5. Übergewicht und Bewegungsmangel führen unter Umständen zu erhöhtem Blutdruck, Arteriosklerose und Diabetes – damit sind sie indirekt am Schlaganfall beteiligt.
  6. Alkohol und Zigaretten belasten (nicht nur) die Blutgefäße – wer sie meidet, senkt sein Schlaganfall-Risiko erheblich!

Sie wollen mehr wissen?
Die Websites www.schlaganfall-hilfe.de und www.stiftung-schlaganfall.de liefern umfassende Informationen.

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